Montag, 11. April 2011

Thema des Monats April

Das Stretching-Dilemma

Dehnen oder nicht?

Es gibt widersprüchliche Meinungen über Dehnübungen.
Profisportler lassen Dehnübungen oft links liegen und sind nur in Ihrer Sportart gut.
Hingegen vernachlässigen Profisportler Ihren Bewegungsapparat für andere Sportarten, wie z.B. Radfahrer. Radfahrer weisen oft eine Muskuläre Dysbalance zwischen vorderer und hinterer Oberschenkelmuskulatur vor.

Unter Muskulären Dysbalancen (Ungleichgewicht) versteht man verstärkte Muskelverkürzungen und/oder Muskelabschwächungen zwischen Agonist (= Spieler) und Antagonist (= Gegenspieler) durch einseitige Kraftentwicklung bei gleichzeitiger Vernachlässigung ihrer Dehnungsfähigkeit.

Normale Sportler sollten versuchen solch eine Einseitigkeit (Dysbalance) zu verhindern. Ein Bewegungsapparat mit hoher Beweglichkeit ermöglicht eine bessere Leistung und eine geringere Verletzungsanfälligkeit.

Stretching verbessert nachweislich die Beweglichkeit und ist darum genauso wie Krafttraining oder regenerative Massnahmen ein wichtiger Teil, der zu einer gesunden und leistungsfähigen Gesamtkonstitution führt.

Stretching wurde jedoch auch in den letzten Jahren überschätzt. Es wurden Heilkräfte nachgesagt, Leistungssteigerungen versprochen bis hin, dass das Sport machen, ohne zu Dehnen, gefährlich sei. Dann wurde wiederum gesagt, dass Stretching gar nichts bringe. Es gibt wirklich wenige Studien, die Stretching Vorteile wie auch Nachteile nachweisen können.

Eines ist jedoch sicher und positiv: „Das Stretching ist eine Methode zur Erweiterung der Beweglichkeit.“

Es gibt immer wieder Behauptungen und Fragen zum Dehnen, folgend sind ein paar aufgeführt:

1. Wirkt Stretching vor dem Training als Verletzungsprophylaxe?
Nein, man ist einfach sensibilisierter für Belastungen.

2. Hilft Stretching gegen Muskelkater?
Wenn im Muskelgewebe einmal Mikrorisse entstanden sind, wie es beim Muskelkater der Fall ist, dann kann ein weiteres Ziehen daran sicher nicht helfen. Ein zu starkes Dehnen kann sogar schädlich sein.

3. Hilft Stretching gegen Muskelverkürzungen?
Grundsätzlich ist wissenschaftlich zu wenig über das Thema bekannt und mit Dehnen kann ein Muskel nicht verlängert werden. Bei wiederholtem Dehnen wird der Bewegungsumfang etwas grösser, aber nicht weil der Muskel länger wird, sondern weil er mehr Dehnspannung erträgt.

4. Erhöht Stretching die sportliche Leistungsfähigkeit?
Nein, Dehnen vermindert kurzfristig die maximalkräftige Kraftentwicklung.

5. Fördert Stretching die Regeneration?
Da Stretching die Durchblutung vermindert, wäre die Antwort eigentlich Nein.

Doch in einer Vergleichsstudie zwischen dehnenden und nicht dehnenden Teilnehmern konnte kein Unterschied im Laktatabbau festgestellt werden.

„Stretching hat eine entspannende Wirkung und diese bezieht sich nicht nur auf die Muskulatur sondern auch auf die Psyche.“

Wer sich nach einem intensiven Kraft- oder Ausdauertraining die Zeit nimmt, sich für eine Viertelstunde hinzulegen und zu dehnen, kann das Training rekapitulieren, sich Vorsätze nehmen und zu der inneren Ruhe finden.

Beim Dehnen setzt man sich mit den einzelnen Gliedern seines Körpers auseinander und das macht für viele doch schon einmal Sinn, denen der eigene Körper oft fremd ist.

Fazit
„Wer also regelmässig Dehnübungen macht, tut seinem Bewegungsapparat nur Gutes.“

Empfehlung:
Man sollte beim Dehnen die wichtigsten Muskelgruppen abdecken:

Rückwärtige und vordere Oberschenkelmuskulatur, Innenmuskel des Oberschenkels, Brustkorb vorne, Halsbereich, Bauch, Gesässmuskeln und Aussenrotatoren und Wadenbereich.

Gerne sind dir die Trainer bei der Auswahl von Dehnübungen behilflich.

Quelle: teilweise Auszüge aus „FIT for LIFE“

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