Montag, 23. November 2009

Thema der Woche 48

Die Füsse – Ausdruck des Lebensprinzips Bewegung

Mit den Füssen bewegen wir uns durchs Leben. Auf eigenen Beinen zu stehen und selbständig die ersten Schritte zu machen, ist wohl für jeden Menschen eine ganz bedeutende Entwicklungsphase.
Die Füsse spiegeln auch die energetische Verbindung zur Erde, die Erdung, die Verwurzelung wider. Ein Mensch, der fest auf seinen beiden Beinen steht, ist durch nichts leicht erschütterbar.

Der Fuss ist ein ganz besonderer Körperteil. Er ist der einzige Körperteil mit einer derart hohen Konzentration an Gelenken: 26 Knochen und 31 Gelenke ermöglichen eine extreme Bewegungsmöglichkeit. Die meisten dieser Gelenke bewegen sich in drei Raumrichtungen. Für jede Bewegung gibt es einen Muskel für die Hin- und einen für die Rückbewegung. Die Fusssohle vollführt somit Hunderte von Bewegungen.

Unsere Füsse haben sogar die Evolution des Menschen angeführt. Lange glaubten die Wissenschaftler, dass das Gehirn das wesentliche Merkmal sei, mit dem sich aus den Affen Menschen entwickelten. Erst im 20. Jahrhundert erkannten sie anhand früherer Menschenknochen, dass in Wirklichkeit die Füsse sich zuerst entwickelt hatten: spätestens vor knapp vier Millionen Jahren.

Als Zweibeiner steht der Mensch, wenn er auf seinen Füssen steht, in einem Gleichgewicht, dass ständig ausbalanciert werden muss. Und genau das ist Aufgabe der Fusssohle. Funktioniert diese nicht - fällt man auf die Nase.

Die Fusssohle ist auch eine Spiegelung sämtlicher Aktivitäten des restlichen Körpers. Wenn die Fusssohle eingeschränkt ist, sind auch sämtliche zugehörige Funktionen im restlichen Körper entsprechend eingeschränkt. Eine Vielzahl von Beschwerden und Erkrankungen oberhalb des Sprunggelenkes können auf eine eingeschränkte Fusssohle zurückgeführt werden.

Der moderne Mensch lässt seine Fusssohle sträflich verkümmern. Noch bevor der Mensch Laufen kann, werden bereits im Krabbelalter Schuhe und Strümpfe angezogen. Naturvölker sind mit ihren Zehen genauso geschickt, wie mit den Fingern. Naturvölker ziehen auch keine Schuhe an, obwohl sie in der Lage sind, auch diese herzustellen. Sie sind bloss nicht dumm genug dazu.

Mit dem Tragen von Schuhen wird verhindert, dass die Fussaktivität sich entwickelt. Das, was an Fähigkeiten vorhanden ist, wird mit jedem Tag weniger. Irgendwann ist der Fuss derart verkümmert, dass ohne Schuhe nicht mehr gelaufen werden kann, von den feineren Funktionen ganz zu schweigen. Man sieht dies daran, wie schmerzlich das Gehen ist, wenn ein Schuhträger plötzlich barfuss laufen muss.

Wenn der Mensch einen Schritt tut, dann ist dies eine Bewegung von hinten nach vorne. Hierzu muss er festen Kontakt mit dem Boden bekommen und die vorwärtstreibende Kraft vom Körper in den Boden übertragen. Dazu dienen die Zehen. Beim normalen Gehen werden die Zehen des rückwärtigen Beines in den Boden gedrückt, bis sie festen Halt finden. Danach wird der Körper mit der Muskelkraft der Zehen nach vorwärts bewegt.

Wenn das aktive Benutzen der Zehen nicht mehr genutzt wird, dann werden die Zehen angehoben, der Körper verzichtet auf seine Zehenfunktion und nutzt nur noch Mittel- und Rückfuss. Das Gehen wird zum Abrollen. Dies ist der Gang des modernen Menschen. Er geht nicht mehr, er rollt ab. Mit dieser Abrolltechnik verzichtet der Mensch auf die vorwärtstreibende Kraft der Zehen und damit auf 2/3 seiner Beinmuskulatur.

Unsere Schritte sind mittlerweile oft viel zu gross und die Abstimmung zwischen Beinarbeit und Vorwärtsbewegung stimmt nicht mehr. Wir lassen den Körper bei jedem Schritt nach vorn fallen und fangen ihn mit den Beinen ab. Die Muskeln werden dabei allerdings kaum gefordert. Unser Knochengerüst und unsere Gelenke dagegen werden bei dieser Gehweise völlig durchgeschüttelt. Wenn man einen gesunden Gang analysiert, sieht man leicht, worauf es ankommt. Die Schritte sind kleiner und die Beine werden ohne Gewicht nach vorn gesetzt. Dafür werden die Beinmuskeln aktiviert. Das Körpergewicht folgt erst, wenn die Füsse angekommen sind, dabei bleibt die Wirbelsäule gerade. So können die Muskeln den Körper auffangen und die Knochen werden geschont. Die Ferse stösst nicht hart auf den Boden, sondern der ganze Fuss wird flächig und weich aufgesetzt.

Damit die verkümmerte Fusssohle sich wieder entwickeln kann, muss zunächst als einfachste Übung das Barfuss laufen wieder geübt werden. Ohne Schuhe können sich die Füsse frei bewegen, die Muskeln sind voll in Aktion. Beim Barfuss laufen tritt man behutsamer auf, dämpft die Stösse und gleicht Unebenheiten aus. Gleichzeitig zwingt ein solcher Untergrund dazu, eine optimale gesunde Fussstellung anzunehmen. Automatisch wird das Gewicht von der empfindlicheren Haut der Wölbung auf die unempfindlichen Aussenkanten der Füsse verlagert. Dazu stützt man kräftig mit den Zehen ab und richtet das Fussgewölbe auf. Vor allem die Füsse von Kindern können sich Barfuss uneingeschränkt entwickeln. Sie bilden so die richtigen Wölbungen aus.

Barfuss laufen kann man zu Hause, im Garten, im Urlaub, auf speziellen Barfusspfaden, ja eigentlich überall. Bereits nach wenigen Minuten Barfuss laufen auf unebenem Boden oder speziell auf Geröll werden die Spannungen im Fuss merkbar nachlassen und es geht Euren Füssen und Euch besser.

Quelle: Reflexzonenmassage, Dr. Franz Wagner, GU-Verlag

Montag, 16. November 2009

Thema der Woche 47

Körpertypen + (Voraussetzungen für) KrafttrainingTrainierst du, für einen Body a la “Arnold Schwarzenegger“? Oder möchtest du durch dein Training eine Figur wie Giselle Bündchen erhalten?
Viele sporteln ungeachtet individueller Voraussetzungen dem perfekten Traum-körper hinterher und…. werden immer frustrierter. Denn, gewisse körperliche Gegebenheiten lassen sich einfach nicht “feintunen“.
Kein Fitnesstraining dieser Welt macht aus einem eher rundlichen Mann einen grazilen Adonis. Jeder Körper hat eine ganz bestimmte Form, die von Natur aus gegeben ist und die man, ohne Operationen, immer nur eingeschränkt und bis zu einem gewissen Punkt verändern kann.
Um besonders effektiv trainieren zu können, ist es wichtig, die von Natur gegebenen Körpermerkmale anzunehmen und dein Training danach zu gestalten. Denn so können Schwächen ausgeglichen oder abgeschwächt und Stärken betont werden. Es ergibt sich so eine bessere und harmonischere Optik. Die Gesundheit wird gefördert und der Frust einem unerreichbaren Ziel nachzujagen bleibt aus.

Nach William Sheldon unterscheidet man 3 Körpertypen

Mesomorphbreite Schultern - schmale Hüfte - grosser Brustkorb
sehr Muskulös - optimale Regenation - optimaler Muskelaufbau
- wenig Fettansammlung
Der mesomorphe (athletische) Typ ist der klassische Sportlertyp. Die Kennzeichen: breite Schultern und schmale Hüften plus healthunit.com schlanke Beine. Vertreter sind Sprinter oder Zehnkämpfer.

Stärken: Auch ohne Training sieht dieser Typ oft erstaunlich sportlich aus. Mesomorphe sind oft abenteuerlustig, scheuen keine körperliche Anstrengung
und haben einen niedrigen Körperfettanteil.
Schwächen: Oft mangelt es an Beweglichkeit und Koordination. Bei Sport-abstinenz setzt auch der athletische Typ Fett an.
Trainingshinweise: Das Training sollte sehr abwechslungsreich gestaltet werden. Optimal ist ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Kraft und Ausdauertraining. Im Krafttraining den ganzen Körper trainieren, Programme
und Übungen variieren.
Lebensweise: Um ein Übertraining zu vermeiden, ist zuviel Aktivität zu vermeiden, auch wenn man sich dazu in der Lage fühlt. Auf alle Fälle Ruhetage einhalten und auf die Zeichen des Körpers hören.
Andere Sportarten: Verschiedene Sportarten betreiben, Funsport für die Abenteuerlust und Spielsportarten oder Aerobic für die Koordination ausprobieren
Ernährung: 4-5 Mahlzeiten sind meist ausreichend, wichtig ist eine genügende Zufuhr von Mineralstoffen und Vitaminen. Eher mehr Kohlenhydrate und dafür weniger Fett.

Endomorphbreite Schultern – breite Hüfte – breite und kräftige Knochenstruktur – gutes Muskelwachstum – hoher Körperfettanteil – schlechte Nahrungsverwertungsrate
Ein endomorpher (pyknischer) Mensch ist kräftig und kompakt, vielleicht ein bisschen klein und rundlich, Arme und Beine sind healthunit.com eher kurz. Typische Vertreter sind Gewichtheber und Ringer.

Stärken: Kräftige Muskulatur und schnelle Trainingserfolge beim Krafttraining
Schwächen: Neigung zu Übergewicht, Herz-Kreislauferkrankungen, Gelenk- und Rückenproblemen
Trainingshinweise: Häufiges Training ist notwendig für die Anregung des Stoffwechsels. Krafttraining wie auch Ausdauertraining ist in beidem Masse wichtig.
Der Schwerpunkt sollte auf Ausdauertraining liegen; bei Übergewicht gelenk-schonendes Rad fahren, Walking oder Schwimmen. Beim Krafttraining ist es sinnvoll nicht zuviel Muskelaufbautraining, sondern mehr Muskelausdauer und Kraft,-Straffungstraining zu betreiben. Falls das Becken breiter ist als der Oberkörper, kann man das ganze optisch ausgleichen durch einen Aufbau des Oberkörpers.
Lebensweise: Auch im Alltag so viel wie möglich in Bewegung ausführen: zu Fuss gehen, mit dem Rad fahren, Treppen anstatt Lift, nicht zuviel am Stück sitzen etc.
Andere Sportarten: Aerobic, Joggen, Walken, Schwimmen etc.
Ernährung: 5-6 Mahlzeiten mit viel Gemüse, Obst, Ballaststoffen. Langsam essen

EktomorphSchmale Schultern – schmale Hüfte – schmaler Brustkorb –
wenig Muskelmasse – geringer Fettanteil – schlechte Regenation
schlechter Muskelaufbau – lange Arme & Beine – hohe
Nahrungsverwertungsrate healthunit.com Ein ektomorpher (leptosomer) Mensch ist schlank, manchmal sogar dünn und knochig. Sein Körperbau ist schmal und nicht muskulös. Ihr Vorteil ist aber, dass sie essen können was sie wollen ohne dabei dick zu werden. Bei gutem Training ist ihre Muskulatur sehr definiert. Typisch sind Langstreckenläufer oder Hochspringer.

Stärken: schnell, beweglich, zäh
Schwächen: wenig Muskelmasse und schlechte Körperhaltung, Ausdauer oft entwicklungsfähig und überbewegliche Gelenke
Trainingshinweise: Der Schwerpunkt im Krafttraining ist auf Muskelaufbau zu legen. Muskeln können so wachsen und die zierlichen Gelenke werden dann bei anderen Sportarten entlastet und geschützt. Werden Schultermuskeln und Muskeln der oberen Rückenpartie sowie die Muskeln der Beine aufgebaut, wird der Oberkörper breiter und die schmalen Beine kräftiger. Somit ergibt sich eine bessere Optik. Zudem sollte der Rumpf für eine bessere Körperhaltung und Wirbelsäulenstabilisation gekräftigt werden. Ausdauertraining ist auch wichtig- aber nicht zum Abnehmen, sondern um Herz und Kreislauf in Schwung zu bringen.
Lebensweise: Durch die von Natur aus hohe Stoffwechselrate sollte der ektomorphe Typ versuchen, Stress zu senken und lernen sich zu entspannen. Ebenso ist viel Schlaf (8 Stunden) notwendig für eine gute Regeneration.
Andere Sportarten: Yoga, Thai Chi etc. zur Entspannung und Stresssenkung - Walken, Radfahren, Schwimmen als Ausdauertraining mit geringer Gelenkbelastung zu Beginn - dann kraftbetonte Sportarten wie Rudern, Klettern etc.
Ernährung: 5-7 kleine Gerichte am Tag (alle 2-3 Stunden) 50-55% Kohlenhydrate, 20-30% Eiweiß, 20-25% Fett

Die meisten von uns sind in Sachen Körperbau recht variabel und vereinen meistens 2 der Körpertypen in sich. Wichtig ist es dann, dass Training nach beiden Typen auszurichten.

Montag, 9. November 2009

Thema der Woche 46

Gezieltes Abnehmen an den Problemzonen

Ein flacher Bauch, ein knackiger Po, wohlgeformte Beine, Schultern und Arme…
weniger Körperfett und schön definierte Muskeln genau an dieser oder jener Stelle – wer hätte das nicht gerne? Man kann gar nicht sagen, wie oft wir als Trainer schon folgende Wünsche gehört haben:

- „Genau da (mit Griff an die erwähnte Stelle) möchte ich weniger haben“
- „Kannst Du mir eine Übung zeigen, mit der ich genau hier ein paar Zentimeter verliere?“

In zahlreichen Zeitschriften werden uns alle Jahre wieder ganz neue, innovative Trainingsprogramme mit gezielten Übungen aufgezeigt, mit denen man "nun aber wirklich" das Fett an genau den oder den Stellen wegkriegt...Und wie viele unzählige Sportgeräte wurden allein für die Problemzone Bauch entwickelt…?
Nun könnte man durchaus glauben, dass mit vielen Bauchübungen der „Schwimmring“ um die Taillenregion schwindet oder mit ganz gezielten Übungen für den Po dieser kleiner und knackiger wird. Besonders im Frühjahr sehen wir dann auch viele von euch ganz fleissig bei den Bauchübungen. Scheinbar hält sich das Gerücht äusserst hartnäckig, man könne mit dutzenden oder gar hunderten von Wiederholungen, wenn möglich noch dazu täglich, den Bauchumfang reduzieren!

Aber was passiert, wenn z.B. 2-3x pro Woche einige Zeit gezielt Übungen für den Bauch gemacht werden? Richtig, der Bauchmuskel wächst. Nur leider verschwindet die Fettschicht, die obendrauf sitzt nicht automatisch mit dem Muskelwachstum. Das Ergebnis der fleissigen Bauchübungen: Noch mehr Umfang an der Taille! Die Mühe hat sich nicht gelohnt, es funktioniert bei mir nicht. Und wenn das nicht funktioniert, dann kann ich das Training genauso gut ganz weglassen. So oder ähnlich ist das Denken nach den ersten Misserfolgen.

Wir können nicht gezielt abnehmen, da wir grundsätzlich nur am ganzen Körper Fettanteile verlieren können. Denn unser Stoffwechsel funktioniert ganzheitlich und nicht nur an der oder der Stelle, die ganz gezielt bearbeitet wird.

Zudem reicht es nicht aus nur gezielte Übungen zu machen oder nur Ausdauer zu trainieren oder nur weniger zu essen. Es muss eine Balance zwischen Ernährung, Krafttraining und Ausdauertraining bestehen, wenn man den Körper definieren will.

Zudem sind auch die Lösungen für einen Fettabbau und gezielte Körperdefinition sehr individuell! Denn ihr seid alle sehr unterschiedlich: im Körperbau, im Leistungszustand und Stoffwechsel. Zudem hat jeder und jede andere Problemzonen und Ziele.


Für euch alle gelten aber in jedem Fall:
- Individuell dosiertes Ausdauertraining entsprechend dem Leistungszustand
- Dem Körperbau angepasstes Kraft- und Flexibilitätstraining
- Eine optimierte Ernährung
- Spass am Training!
- Dranbleiben und Regelmässigkeit!

Die Beachtung dieser Eckpunkte führt garantiert zum Erfolg! Ihr müsst diese nur Schritt für Schritt und auch dauerhaft in Euer Leben integrieren. Blitzdiäten und Wunder-programme helfen selten. Eure Zähne bleiben ja auch nur gesund, wenn ihr sie jeden Tag putzt...

Unterstützung, Beratung und Motivation findet Ihr wie immer beim
SUN - Fitness-Trainerteam

Damit Ihr euch in diesem komplexem Thema besser zurechtfindet und zugleich besser Informiert seit, bieten wir euch zudem folgendes an:

- Folgekurs 1 (über Ernährung, abnehmen oder das Gegenteil zunehmen und ganz allgemein über den Stoffwechsel)
- Unsere aktuellen Themen der Woche und natürlich unser Themen-Archiv auf der Homepage, www.sun-fitness.ch oder auf unserem Blog: sun-fitness.blogspot.com

- Fachbücher (Das Ernährungssystem und unser Studio-Handbuch „Trainiere erfolgreich im SUN-Fitness“)

- Unseren, einfach durchzuführenden Ernährungsplan, den Ihr von euerem Personalcoach erhaltet und erklärt bekommt.

Montag, 2. November 2009

Thema der Woche 45

Leistungsfähige Beweglichkeit
Ein Beweglichkeitsgewinn ist nicht nur durch diverse Dehntechniken, sondern auch durch differenziertes Krafttraining zu erreichen. So konnte im Rahmen einer 8-wöchigen Studie gezeigt werden, dass durch ein differenziertes Krafttraining der Hüftabduktoren die Hüftabduktionsfähigkeit bzw. der maximale Abduktionswinkel im Hüftgelenk ohne jegliche Dehnungsmassnahme um durchschnittlich 8° gesteigert wurde.

Die überholte Vorstellung, dass Muskeln durch ein Krafttraining verkürzt werden, konnte Wiemann klar widerlegen, und diverse Sportler mit hoher Muskelmasse, wie z.B. Gewichtheber oder sogar die extrem schweren Sumoringer, demonstrieren eine weit überdurchschnittliche Beweglichkeit; so beherrschen vieler dieser Sportler den Spagat.

Nun wird eine erweiterte Beweglichkeit erst dann alltagstauglich oder als therapeutisches Korrektiv wirksam, wenn sie auch funktionell und leistungsfähig ist. Das heisst, der Körper muss auch in diesem erweiterten Bewegungsbereich Kräfte erzeugen, aufnehmen und sicher ableiten können.

Um z.B. bei einem Wurf tatsächlich weiter ausholen oder einen Seitkick im Kampfsport höher führen zu können, sind zum einen in dieser erweiterten Maximalposition auch Beschleunigungskräfte zu erzeugen. Zum anderen muss das Gelenksystem gerade in diesem erweiterten Bewegungsbereich muskulär voll gesichert werden, und es benötigt ausreichende Festigkeiten für diese neuen Kraftrichtungen. Schliesslich muss auch die exzentrische Muskelarbeit für die Abbremsvorgänge in den neuen Bewegungspunkten erarbeitet werden.

Eine erhöhte Beweglichkeit allein ist also nur ein Teilziel; ein differenziertes Krafttraining kann hieraus eine sichere und leistungsfähige Beweglichkeit erzeugen.

Quelle: Differenziertes Krafttraining, Dr. Axel Gottlob