Montag, 30. März 2009

Thema der Woche 14

Erfolg ohne entsprechende Ernährung?

Sportliche Betätigung im Allgemeinen oder Fitnesstraining im Speziellen ist für viele Menschen zur selbstverständlichen Freizeitbeschäftigung geworden. Für einige, um mit der körperlichen Betätigung einen Ausgleich zum hauptsächlich geistig beanspruchenden Alltag zu finden, für andere um auf ein bestimmtes Ziele hin zu trainieren oder sich körperlich zu verändern. Solche Ziele können sein: Muskelaufbau, Ausdauer verbessern, straffen, ab- oder zunehmen, fitter werden, etc. Bei anonymen Umfragen geben jedoch fast alle bekannt, dass sie in erster Linie ihre Figur verbessern wollen. Ein lohnenswertes Ziel, aber wie erreiche ihr das?

Für die meisten Menschen ist das Ziel „die Figur verbessern“ gleichbedeutend mit Gewicht oder besser gesagt mit Fett verlieren. Was passiert, wenn ihr Fett verliert? Die Muskeln kommen zum Vorschein oder aber, wenn ihr nur wenig Muskeln besitzt, die Knochen. Sieht nicht besonders vorteilhaft aus, wenn an Schultern, Ellbogen, Hüften und Knie die Knochen herausstechen. Genau das geschieht jedoch bei extremer Gewichtsabnahme. Z.B. durch starke Reduktion der Nahrungsaufnahme und/oder durch umfangreiches Ausdauertraining. Das einzige wie das verhindert werden kann, ist dafür zu sorgen, dass ihr etwas mehr Muskeln auf eure Knochen packt. Muskeln sind die einzige Substanz, die dem Körper eine Form geben. Fett zwar auch, aber im Gegensatz zum Muskel lässt sich das Fett nicht beim Lagerort beeinflussen. Man kann die Dicke der Fettschicht beeinflussen, jedoch nicht den Depot-Ort!

Auch beim Muskel kann die Form nicht massgeblich verändert werden, sondern nur die Grösse. Im Gegensatz zum Fett sind jedoch der Ort und die Bestimmung genau bekannt. Diese könnt ihr zum guten Glück nicht verändern. Das heisst, was verändert werden kann, ist wie beim Fett die Vergrösserung des Muskels oder eben das Ziel Muskelaufbau. Obwohl sich viele vor diesem Wort scheuen oder es, aus Angst vor „grossen Muskeln“ aus ihrem Vokabular gestrichen habt, ist Muskelaufbau zusammen mit einem tieferen Körperfettanteil die einzige Lösung um seine Figur positiv zu beeinflussen.


Wie baue ich meine Muskeln auf?In erste Linie sicher mit regelmässigen Gewichtstraining. Je regelmässiger, desto bessere und schnellere Resultate. Dies aber immer unter Beachtung der allseits bekannten Grundlagen und Regeln des Trainings, speziell der Superkompensation und der steigenden Belastung. Aber reicht das denn schon aus?

Muskeln brauchen nicht nur Training, sondern auch Nährstoffe und Sauerstoff. Sauerstoff durch ein gut funktionierendes Herz- Kreislaufsystem, Nährstoffe durch die Nahrung in Form von Kohlenhydraten und Eiweissen (Aminosäuren). Kohlenhydrate werden für die Energieversorgung benötigt. Ohne Energie keine Bewegung! Eiweisse werden als Baustoff benötigt. Ohne Baustoff kein Wachstum! Ohne genügend Eiweiss Muskeln aufbauen zu wollen ist gleichbedeutend wie ohne Steine ein Haus zu bauen. Es funktioniert nicht!

Das alles bedeutet, dass die Ernährung den Zielen angepasst werden muss. Ihr braucht genügend Kohlenhydrate, damit die Muskeln überhaupt gewillt sind Arbeit zu verrichten oder besser gesagt, damit ihr trainieren könnt. Ausserdem braucht ihr genügend Eiweiss, damit ein Muskelaufbau stattfindet.

Reicht da eure normale Ernährung aus, um diesen Bedarf zu decken? In gewisser Weise schon. Speziell dann, wenn ihr bewusst auf eure Eiweisszufuhr achtet und euer Körper zudem im richtigen Moment Energie, in Form von Kohlenhydraten erhält. Wie sieht das in der Praxis aus?

Kohlenhydrate:Über den Tag verteilt Kohlenhydrate in möglichst komplexer Form zuführen. Das heisst, Kohlenhydrate in vollwertiger Form bevorzugen (Vollreis, Vollkornteigwaren und -brot, Kartoffeln, Früchte und Gemüse). Dabei darauf achten, dass morgens mehr Energie zugeführt wird als Abends.

Ausnahme sind da allerdings die Trainingstage, speziell wenn abends trainiert wird. Beim intensiven Training welches z.B. 1½- Stunden dauert, wird fast der ganze Vorrat an Energie verbraucht. Deshalb ist es enorm wichtig, dass diese Energiespeicher so schnell wie möglich, am besten gleich im Anschluss an das Training wieder aufgefüllt werden. In diesem Moment ist es ratsam, möglichst einfache Kohlenhydrate (wie z.B. Zucker) aufzunehmen. Gefüllte Speicher bewirken eine schnellere Erholung und verhindern den Abbau der Muskeln. Zudem soll ein bis zwei Stunden vor dem Training eine kleinere kohlenhydratreiche Mahlzeit erfolgen. Falls ihr das Ziel „abnehmen“ verfolgt, solltet ihr allerdings auf die Kohlenhydrate nach dem Training verzichten.

Eiweiss:Man hört immer wieder, dass wir zu viel Eiweiss konsumieren. Das mag bei Personen, die extrem viel Fleisch und Milchprodukte essen der Fall sein. Bei den meisten anderen, insbesondere bei den Vegetariern, dürfte eher das Gegenteil der Fall sein. Um den Muskelaufbau zu unterstützen, muss täglich mindestens zwischen 1 und 1,5 Gramm Eiweiss, pro Kilo Körpergewicht, zugeführt werden. Bei einer 70 Kilo schweren Person entspricht das immerhin 70 bis 105 Gramm Eiweiss. Um diesen Bedarf, z.B. mit Pouletfleisch zu decken, müsste jeden Tag 300 bis 450 Gramm Pouletbrust gegessen werden.

Wer diese Werte mit seiner normalen Ernährung nicht erreicht, ist gut beraten diese mit Zusatzportionen an Eiweiss zu ergänzen. Solche Nahrungsergänzungen in Form von Pulver können bedenkenlos in die tägliche Ernährung integriert werden. Sie werden aus Milch- und Eieiweiss hergestellt, enthalten jedoch keinen Milchzucker und sind zudem frei von Purinen (Purine fördern hohe Harnsäurewerte).


Nach dem Training:
Eine Mahlzeit direkt nach dem Training kann (am besten in flüssiger Form) wie folgt aussehen:

3 bis 5 dl Milch oder Wasser, 1 Banane, 30 bis 50 Gramm Eiweisspulver (am besten Whey-Protein), alles im Mixer mischen und dazu eine Handvoll Weinbeeren oder Datteln.

Oder ein Powerdrink mit 5 dl Milch, 20 gr. Whey-Protein, 20 gr. Carbo-Pulver ohne Geschmack, 50 gr. Weight-Gainer mit Geschmack nach Belieben. Alles gut mixen.
Je nach Körpergewicht können diese Mengen natürlich noch angepasst werden.

Viel Erfolg beim Muskelaufbau!

Montag, 23. März 2009

Thema der Woche 13

Vorbräunen im Solarium schädlich ?
Bald kommt das Frühlingswetter und somit auch die schönen Sonnenstunden - doch dies wirft eine Frage auf: Ist es sinnvoll sich im Solarium vorzubräunen um dann im Sommer schnell und sicher zu einer perfekten Tiefenbräune zu gelangen?

GrundlagenDie natürliche Strahlung des Sonnenlichts besteht neben dem sichtbaren Licht und dem Infrarotanteil (Wärmestrahlen) überwiegend aus Ultraviolettstrahlen (kurz UV): den langwelligen UV-A-Strahlen und den kurzwelligen UV-B-Strahlen, wobei die energiereichen UV-B-Strahlen als Mitursache für Hautkrebs gelten.

Die kurzwelligeren und damit energiereicheren UV-B-Strahlen verursachen die spät eintretende, jedoch lang anhaltende Bräunung. Sie sind allerdings auch für die Entwicklung des Sonnenbrandes verantwortlich und gelten damit als Risikofaktor für die Entstehung des sog. schwarzen Hautkrebses (malignes Melanom). Ein sinnvoller und biologisch gewollter Effekt ist die Bildung der Lichtschwiele durch UV-B-Licht. Die Lichtschwiele ist eine Verdickung der Hornschicht der Oberhaut, sie schützt bei genügender Ausbildung tiefere Hautschichten vor weiteren UV-Schäden.

Das langwelligere und damit energieärmere UV-A-Licht bewirkt eine Sofortpigmentierung der Haut, die aber nicht lange anhält. Zudem sind UV-A-Strahlen nicht in der Lage, eine Lichtschwiele aufzubauen.

Künstliche UV-Strahlen setzen sich anders zusammen als die natürlichen. UV-B-Strahlen sind schon lange als Auslöser von Hautkrebs bekannt, deshalb wurden sie bis auf einen geringen Teil aus den Röhren herausgefiltert. Aber auch UV-A-Strahlung, die heute in Solarien in erster Linie verwendet werden, sind gefährlich. Sie bräunen zwar schneller, lassen die Haut aber auch schneller altern und können ebenfalls Hautkrebs verursachen.

Die Dosis macht den UnterschiedDamit durch UV-A-Strahlen die Sofort-Bräunung hervorgerufen werden kann, ist die UV-A-Dosis deutlich höher als die der natürlichen Strahlung. Manchmal sogar bis zu 10 x höher als in der natürlichen Sonne. Das Gesundheitsrisiko ist dementsprechend größer. Auch der verbleibende, geringe Anteil an UV-B-Strahlen kann noch Hautkrebs verursachen. Messungen in Solarien zeigen zudem bei fast allen untersuchten Geräten eine viel zu hohe Bestrahlungsstärke. Werden bereits bei einer MED [Minimale Erythem(Sonnenbrand)Dosis] Schäden im Erbgut nachgewiesen, die Hautkrebs auslösende genetische Veränderungen auslösen, so wurden in vielen Solarien zehn bis zwölf MED erreicht.

Solarien sind also grundsätzlich mit Vorsicht zu genießen - Ihre Haut wird es Ihnen danken, wenn Sie nicht, oder nicht zu oft ins Solarium gehen und stattdessen einige Tipps beim Sonnenbad beherzigen:

Schutz für die Haut aufbauenDie Haut reagiert auf UV-Bestrahlung mit zwei Schutzmechanismen: Zum einen mit der Pigmentierung der Haut, der Bräune, zum anderen mit einer Verdickung der obersten Hautschichten, der so genannten Lichtschwiele. Die Lichtschwiele verhindert Sonnenbrand. Allerdings kann die Bildung der Lichtschwiele nur durch die in Solarien meist ausgefilterte UV-B-Strahlung entstehen. Die Folge: Der vorgebräunte Urlauber benutzt weniger Sonnenschutzmittel und zieht sich erst recht Verbrennungen zu, einmalige Vorbräunung ist deshalb nicht nur unnötig, sondern auch kontraproduktiv.

Risiko Vorbräunung - ist Vorbräunung nun sinnvoll oder schädlich?Die Antwort lautet: sinnvoll nein, schädlich nur dann, wenn nicht auf die Verwendung der geeigneten Solarien (deren Strahlung einen moderaten Anteil an UV-B-Licht enthält) geachtet wird und die Einhaltung u.a. Grundregeln missachtet wird. Generell gilt: Pro Jahr sollten Sie höchsten etwa 50 Sonnenbäder nehmen - natürliche und künstliche Bestrahlungen insgesamt.

Wenn man sich unbedingt im Solarium auf den Sonnen-Urlaub vorbereiten will, sollte man eine Sonnenbank benutzen, die neben dem sofort bräunenden UV-A-Licht auch UV-B-Licht enthält. Bei diesen seltener vorkommenden Sonnenliegen mit einem gewissen Anteil an UV-B-Licht sieht es so aus: Regelmäßige Bestrahlungen würden hier eine Lichtschwiele und damit einen Schutz vor Sonnenbrand aufbauen. Allerdings ist dies aus medizinischer Sicht nicht ratsam, denn jede zusätzliche und überflüssige Belastung der Haut mit UV-Licht fördert die Hautalterung und die Entstehung bösartiger Tumore.

Haut, die ausschließlich mit UV-A-Licht gebräunt ist, sieht zwar schön aus, kann aber in der natürlichen Sonne trotzdem einen Sonnenbrand bekommen. D.h. nur wenn Ihr Solarium-Anbieter ein Sonnendeck mit moderatem UVB-Anteil anbietet, kann die Haut auch tatsächlich Schutzmechanismen aufbauen, wenn es nur die UVA Bestrahlung enthält, sind Sie nicht vor Sonnenbrand geschützt. Wir empfehlen daher, jedenfalls die Sonnenschutzmassnahmen wie bei ungebräunter Haut!

Auf keinen Fall ins Solarium gehen sollte, wer...
- unter 18 Jahre alt ist.
- Hauttyp 1 angehört (helle Haut, Sommersprossen, blonde oder rote Haare, blaue oder grüne Augen).
- mehr als 40 Leberflecke hat.
- auffällige Leberflecke hat.
- als Kind oft einen Sonnenbrand hatte.
- zu Sommersprossen und Sonnenbrandflecken neigt.
- eine Vorstufe von Hautkrebs zeigt.
- an Hautkrebs erkrankt war oder ist.
- ein transplantiertes Organ hat.

Quelle: http://www.gesund.co.at/

Montag, 16. März 2009

Thema der Woche 12

Frühjahrsmüdigkeit
In den letzten Tagen zeigt sich die Sonne wieder öfter, Blümchen spriessen aus der Erde, die Vögel zwitschern…es wird endlich Frühling. Wir freuen uns alle darüber – aber wieso müssen wir ausgerechnet jetzt ständig gähnen, sind müde, schlapp, gereizt, unkonzentriert und wetterfühlig, obwohl wir ausgeschlafen haben?

Schuld ist die Frühjahrsmüdigkeit.
Sie ist ein häufiges Phänomen in Breiten, in denen man im Sommer abends noch in der Sonne sitzen kann, und im dunklen Winter vor dem Ofen kauert. In Ländern also, in denen sich Temperatur und Lichtverhältnisse mit den Jahreszeiten merklich ändern.

Woher das kommt? Die genauen Ursachen der Frühjahrsmüdigkeit sind wissenschaftlich nicht vollständig geklärt, aber vermutlich spielen mehrere Dinge zusammen.

Wie die Tiere sind auch wir Menschen Meister der Anpassung. Wir regulieren unseren Stoffwechsel und Hormonhaushalt entsprechend den äußeren Bedingungen, wie zum Beispiel Licht und Temperatur. Ist es kalt und dunkel, schützt sich der Körper, indem er seine Körpertemperatur um ein paar Zehntel Grad Celsius senkt, den Blutdruck erhöht und mehr von dem Schlafhormon Melatonin bildet. Das dauert allerdings seine Zeit, und kaum haben wir uns auf die winterliche Härte eingestellt, bricht der Frühling über uns herein.

Die Sonne scheint wieder kräftiger und länger und wirft Stoffwechsel- und Hormonhaushalt erneut durcheinander: Die Körpertemperatur steigt, die Blutgefäße weiten sich und der Blutdruck sinkt. Aber erst allmählich drosselt die wachsende UV-Strahlung auch die Produktion des Melatonins, um stattdessen die Herstellung des Glückshormons Serotonin anzuregen. Die Folge: Der Kreislauf kommt nicht recht auf Touren, das Melatonin polt uns weiterhin auf Dunkelheit.

Frühjahrsmüdigkeit ist demnach so etwas wie der Hang-over nach unserem Mini-Winterschlaf. Das stresst uns und wir reagieren müde und abgeschlagen. Bis unser Körper sich an die neue Großwetterlage gewöhnt hat, vergehen zwei Wochen und manchmal hält dieser Zustand sogar einen ganzen Monat an.

Was dazu kommt: Der Frühling bringt oft unbeständiges Wetter mit starken Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nacht. Für den Kreislauf und die Gefässe ist das sehr anstrengend. Menschen mit Herz-Kreislaufproblemen und Rheumapatienten reagieren daher besonders sensibel auf das klimatische Wechselspiel im Frühling.

Früher mag auch eine Rolle gespielt haben, dass eine vitaminarme und einseitig fette Kost im Winter den Körper auslaugt, sodass er Probleme während der Umstellung auf den Frühling hat. Heute gibt es überall auch im Winter frisches Obst und Gemüse zu kaufen. Vitaminmangel dürfte daher mitverantwortlich für die saisonale Schläfrigkeit sein, wenn die Ernährung grundsätzlich zu einseitig und ungesund ist.

Die gute Nachricht für alle, deren Körper bis jetzt noch nicht aus dem Winterschlaf erwacht ist: Ihr könnt nachhelfen! Regt Euren Stoffwechsel mit viel frischem Obst und Gemüse an, und vor allem: Geht so oft wie möglich an die frische Luft und ins Sonnenlicht. Das senkt das stimmungsdämpfende Hormon Melatonin und beschleunigt die Serotoninausschüttung. Wichtig ist dabei, die Sonnenbrille möglichst sparsam einzusetzen. Die UV-Strahlung kann auf das Hormonchaos im Hirn nur dann Einfluss nehmen, wenn die Sonnenstrahlen direkt auf die Netzhaut des Auges treffen.

Und wer künftig nicht erst im Ernstfall etwas gegen die Frühjahrsmüdigkeit tun will, sollte sich um seine Gefäße und den Kreislauf kümmern: Kneipp´sche Anwendungen, Sauna oder wechselwarme Duschen das ganze Jahr hindurch trainieren das Gefäßsystem und machen es weniger empfindlich für die Temperaturschwankungen.

Quelle: Zeit-Online, Beate Wagner

Montag, 9. März 2009

Thema der Woche 11

Gewürze für die Gesundheit
Das Paradies ist gar nicht so schwer zu finden. Einfach dem Pfeffer nach, hieß es im Mittelalter, denn einer verbreiteten Vorstellung zufolge wuchs das Gewürz ganz dicht beim Garten Eden. Tatsächlich fand es sich ursprünglich wohl in den Monsunwäldern der südwestindischen Malabarküste und später auch in Indonesien. Von dort aus importierten es unter anderem Amsterdamer Gewürzgroßhändler im 16.+17.Jahrhundert. Heute ist Pfeffer ein Allerwelts-produkt. Etwa 210 Gramm nimmt ein Mensch davon im Jahr zu sich. Manche Gewürze sind aber so kostbar geblieben, wie sie es zur großen Zeit der Entdecker gewesen sind, als es nicht nur die Hoffnung auf Gold war, die Europäer dazu brachte, gefährliche Fahrten rund um den Globus zu unternehmen, sondern auch die Erwartung, mit dem Gewürzhandel ein Vermögen zu machen.

Rund 70.00 Franken für 5 Gramm Safran
Im Mittelalter besass 500 Gramm Safran den Wert eines Pferdes. Heute kostet ein Kilo aus den getrockneten Blütennarben der Safran-Krokusse rund 14`000 Franken. Aus bis zu 200.000 Blüten müssen dafür von Hand die Fäden herausgezupft werden. Nimmt man mehr als drei mg für ein Gericht für drei Personen, schmeckt es scheußlich, mehr als fünf Gramm können einen Menschen sogar töten.

Viele Gewürze sind Heilmittel
Richtig dosiert, bringen viele Kräuter und Gewürze eine Note von Fremdheit und Abwechslung in die Küche. Sie verbessern außerdem die Haltbarkeit und Bekömmlichkeit von Speisen. Viele von ihnen wirken antibakteriell und verdauungsfördernd. Eine direkte Heilwirkung allerdings kann man bei den üblicherweise beim Kochen eingesetzten Mengen kaum erwarten. In höheren Dosen jedoch sind viele Gewürze Heilmittel. Sie können aber auch gefährlich sein.

Zwischen Volksglauben und Medizin
Natürlich wuchert dabei viel Aberglauben um ein wenig Wissenschaft. In der Heilkunde Indiens und Chinas etwa spielen Gewürze seit jeher eine große Rolle. Darunter finden sich auch Substanzen, die in westlichen Ländern aus medizinischer Sicht bis heute unbeachtet geblieben sind. Ein grundsätzliches Problem beim gesundheitsfördernden Einsatz von Gewürzen ist: Wo hören Volksglauben und Schamanentum auf, wo fängt medizinischpharmakologisch belegbares Wissen an?

Gegen Wachstum schädlicher Bakterien
Viele Gewürze werden von alters her zur Konservierung von Speisen und Rohprodukten verwendet. So verleihen Chili-Gewürze den Gerichten nicht nur pikante Schärfe, sondern halten die Nahrung auch keimfrei. Damit verbessern sich die Bedingungen für die Lagerung und die Hygiene der Speisen. Besonders Zimt, Nelken, Oregano und Thymian enthalten Stoffe, die gegen einen Bakterienbefall von Lebensmitteln wirken. Bestreicht man zum Beispiel ein Nahrungsmittel mit Zimtöl, so wird es im Gegensatz zu einer unbehandelten Vergleichsportion nicht von Pilzen befallen. Wahrscheinlich hemmt Zimtaldehyd, ein Hauptbestandteil des Zimtöls, das Wachstum schädlicher Kulturen.

Wohltuende Wirkung bei Blähungen
Auch Basilikum mögen Pilze nicht. 1,5 Milliliter Basilikumöl in einem Liter Flüssigkeit hemmen das Wachstum von 22 Pilzarten. Der Effekt ist stärker als der, der bei Einsatz einiger kommerzieller Fungizide zu beobachten ist. Basilikum soll außerdem wohltuend bei Blähungen und Übelkeit sein, das enthaltene ätherische Öl verbessert den Appetit und den Gallefluss.

Je schärfer, desto weniger Keime
Versuche mit Knoblauch und Nelken in rohem Fleisch ergaben, dass beide Gewürze die Entwicklung von Koli-Bakterien verhindern. Generell gilt: Der antibiotische Effekt ist umso größer, je mehr Gewürze kombiniert werden. Ebenso trifft ausnahmsweise auch die Regel „viel hilft viel“ zu. Je mehr Schärfe eine Speise aufweist, umso haltbarer und keimärmer bleibt sie. Allerdings begrenzt der Geschmack die Menge, und für westliche Gaumen ist das scharfe Essen der Inder oder Thailänder nicht immer eine Freude. ;o) Doch es gibt auch weniger scharfe Zutaten, die eine Mahlzeit verträglicher machen, weil sie den Speichelfluss um das Sieben- bis Neunfache steigern. So werden Mund und Zähne besser von Nahrungsresten gereinigt und die Verdauung gefördert. Die höhere Magensaftproduktion verbessert die Bekömmlichkeit einer Mahlzeit, da das Essen wirksamer zersetzt wird. Der gesteigerte Säureanteil kann auch Magen-Darm-Infektionen und Durchfall vorbeugen. Denn auch die sauren Verdauungssäfte wirken antibakteriell und können verhindern, dass möglicherweise schädliche Mikroorganismen den Darm erreichen.

Rauschmittel aus Mohn
Andere Gewürzpflanzen dagegen können nicht nur heilen, sondern regelrecht krank machen. Der Schlafmohn beispielsweise, wurde schon in der Antike als Schlafmittel geschätzt. Die aus dem getrockneten Milchsaft der Mohnkapsel gewonnenen Produkte wie Morphin werden heute als Schmerzmittel (Morphium, Codein), aber auch als Rauschmittel (Opium) genutzt. Heroin ist ein künstlich verändertes Morphinderivat. Aus den Samen des Schlafmohns aber lässt sich ein ganz harmloses Produkt herstellen - Mohnöl.

Halluzinogene WirkungAus der harten Muskatnuss, die eigentlich keine Nuss ist, sondern der Samen einer wie ein Pfirsich aussehenden gelben Beere wird ein Pulver gerieben, In den Küchen amerikanischer Gefängnisse aber entdeckte man Mitte des vorigen Jahrhunderts nach dem Verzehr größerer Mengen Muskat eine halluzinogene Wirkung. Schuld daran sind die in dem ätherischen Öl vorhandenen Stoffe Myristicin und Elemicin, die Amphetamin und Meskalin ähneln. Nach zu hoher Dosierung kommt es zu akuten Vergiftungserscheinungen mit Schweißausbrüchen, Todesangst, Kopfschmerzen und Gleichgewichtsstörungen.

· Rosmarin zur Behandlung von Rheuma und Herz-Kreislauf-Störungen
· Anis hilft nachweislich schleimlösend bei Katarrhen der Luftwege.
· Knoblauch verringert das Risiko eines Herzinfarkts.
· Salbei bei Erkältungen
· Dill wurde bereits im Altertum verwendet und wirkt krampflösend.
· Kümmel als Verdauungshilfe.
· Zimt verbessert den Kreislauf
· Kardamom wirkt gegen Blähungen
· Nelken tötet Mikroben und wirkt gegen Zahnschmerzen
· Zwiebel senkt den Zuckergehalt im Blut, reinigt es und hilft beim Aufbau roter Blutkörperchen
· Ingwer macht verliebt :o)

Mehr über die Wirkungsweise verschiedener Gewürze kannst du in div. Fachbüchern oder auch im Internet nachlesen.

Text: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 24.10.2004, Mr. 43 / Seite 72/73
Bildmaterial: F.A.Z.

Montag, 2. März 2009

Thema der Woche 10

Abnehmen ohne Ernährungsumstellung?
Geht das? Das ist bei diesem Thema der Woche die Frage. Das heisst, Gewicht verlieren oder natürlich lieber Fett abbauen, ohne bei der Ernährung irgendetwas zu verändern. Lasst uns mal untersuchen, ob und wie das funktioniert.

Um Fett zu verlieren, ohne bei der Ernährung etwas zu verändern, könnte man sich folgende Möglichkeiten vorstellen:

- durch Fett absaugen
- mit chemischen Mitteln
- durch Sport und Bewegung


Fett absaugen ist sehr effizient und kann genau an den Stellen eingesetzt werden, wo es am meisten stört. Ist aber relativ teuer und immer mit erheblichen Risiken verbunden. Zudem wird wieder Fett aufgebaut, wenn der Lebensstil nicht geändert wird. Vielleicht nicht mehr am gleichen Ort, aber daneben, was dann etwas komisch aussieht.

Ach, wie wäre das komfortabel, wenn es eine Wunderpille gäbe, mit der das Fett einfach so wegschmilzt! Zum Teil gibt es bereits chemische Mittel, mit deren Hilfe die Fettverbrennung angekurbelt werden kann. Aber die ultimative Fettvernichtungspille existiert leider oder sollte man besser sagen zum Glück noch nicht. Alles, was chemisch aufgebaut ist, ist für den Körper unnatürlich und immer, mit zum Teil massiven Nebenwirkungen verbunden. Diese Nebenwirkungen übertreffen in ihrer Gesamtheit oft die erhofften Vorteile.

Bleiben noch der Sport und die Bewegung, egal in welcher Art und Weise. Überprüfen wir das an einem Beispiel. Als Beispiel dient uns Fritz. Fritz ist relativ unsportlich, hat etwas Übergewicht, arbeitet hauptsächlich im Büro und hat generell sehr wenig Bewegung. Wenn Fritz täglich 500 m zu Fuss geht, was übrigens dem europäischen Durchschnitt entspricht, ist das schon viel.

Da sein Bauch ihn langsam stört, entscheidet Fritz etwas dagegen zu tun und beginnt ein Training. Er startet mit zwei Einheiten in der Woche. Da er vorher gar nichts gemacht hat, bedeutet das schon relativ viel Einsatz für ihn. Was passiert? Im ersten Moment baut Fritz etwas Muskeln auf. Nur der Muskelaufbau hält sich in Grenzen, da seine Ernährung nur wenig Eiweiss enthält. Ohne Eiweiss, dem Baustoff für unsere Muskeln, wachsen diese nur sehr spärlich.

Wie sieht es aber mit dem Fettabbau aus? Auch da verändert sich nicht allzu viel. Der Gewichtsverlust hält sich ebenfalls in Grenzen. Was verbraucht der Körper durch das zusätzliche Training? Pro Stunde Training verbraucht er, je nach Intensität zwischen 300 bis 600 Kilokalorien (kcal). Bei zwei Stunden Training in der Woche wären das grob geschätzt 1000 kcal. Um ein Kilo gespeichertes Körperfett abzubauen, müssen aber 7000 kcal verbrannt werden. Das heisst Fritz muss sieben Wochen trainieren, um ein Kilo Fett loszuwerden. Nicht gerade berauschend.

Zudem hat Fritz nach dem abendlichen Training plötzlich wieder Hunger. Hunger, das hatte er vorher selten. Kaum zu Hause, wird der Kühlschrank geplündert und schwups, sind die 1000 kcal wieder ausgeglichen.

Fazit: Gewichts- oder Fettverlust fast gleich Null!
Fritz ist jedoch hartnäckig und steigert sein Trainingspensum auf heroische dreimal pro Woche. Was denkt ihr, hat er jetzt Erfolg? Um mit Sport und Bewegung alleine abzunehmen, müsste Fritz schätzungsweise 10 bis 15 Stunden in der Woche trainieren. Mit einem so grossen Trainingsaufwand, würde sein Stoffwechsel enorm beschleunigt und er könnte dadurch wahrscheinlich essen was und wie viel er möchte. Durch das häufige Essen und den vielen Sport, hat dann der Körper keine Veranlassung mehr, Fett zu speichern und wird sich automatisch auf ein tieferes Gewicht einpendeln.

Nur, wer hat schon 10 bis 15 Stunden pro Woche Zeit? Einfacher ist es da, zusätzlich einige Massnahmen bei der Ernährung zu berücksichtigen. Womit wir wieder beim Titel dieses „Thema der Woche“ sind. Aber da sind die Meisten nicht kompromissbereit. Keiner möchte auf irgendwas verzichten oder sich einschränken. Jeder behauptet, sich mit einer gesunden und bedarfsgerechten Ernährung auszukennen und auch bereits so zu leben.

Ich würde das gerne glauben, aber die Realität zeigt ein ganz anderes Bild. Allein die jährlichen Durchschnittszahlen, was die Menschen bei uns in der Schweiz und in Mitteleuropa generell so an Genussmitteln verbrauchen, straft jegliche Vernunft Lügen.

Das sind z.B. pro Kopf und Jahr:
· 12 Kilo Schokolade
· 42 Kilo Zucker
· 4,5 Kilo Salz (fast 10x zuviel)
· 45 Kilo Fett (die Hälfte würde reichen)
· 11 Liter reinen Alkohohl (Umgerechnet mehr als 80 l Wein oder über 200 l Bier)

In Kilokalorien ausgedrückt sind das über 700'000 kcal im Jahr oder fast 2000 kcal im Tag. Der durchschnittliche Tagesbedarf an Energie beträgt jedoch nur rund 2000 Kcal. Nur 2000 kcal, da körperliche Arbeit in der heutigen Zeit weitgehend eliminiert ist. Da bleibt für gesunde und bedarfsgerechte Ernährung nicht mehr viel übrig. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass unsere tägliche Energieaufnahme weit über diesem Durchschnitt liegt. Dass so kein Körperfett verbraucht, sondern im Gegenteil eingelagert wird, sollte jedem klar sein.

EmpfehlungÜberprüft wieder einmal euer gesamtes Essverhalten! Schaut was beim Einkaufen im Wagen landet! Kontrolliert die Essensvorräte (Was nicht da ist, kann nicht schaden)! Sucht nach Einsparmöglichkeiten bei den Genussmitteln im Alltag. Nicht weglassen, sondern die Menge verkleinern. Eine Einsparung von 300 kcal an Genussmitteln im Tag, bringt bereits locker einen Fettabbau von einem halben Kilo in der Woche!

Bildet euch bezüglich Ernährung weiter und informiert euch! Eine sehr gute und zudem für unsere Mitglieder kostenfreie Möglichkeit dafür, ist unsere Ernährungsstunde. Diese findet jeden Montag um 19 Uhr statt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Und vor allem, behaltet euer regelmässiges Training und mehr Bewegung im Alltag bei. Nur so könnt ihr etwas mehr essen und haltet eueren Stoffwechsel im Schwung!